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· Carsten Schneider

Verdauung

Ich sehe in meiner Praxis ziemlich häufig Menschen mit Verdauungsproblemen. Und das Spannende ist: Es kommt selten jemand und sagt nur „mein Bauch spinnt“. Meistens ist es eine ganze Mischung aus Beschwerden. Blähungen, Verstopfung, manchmal auch Durchfall im Wechsel, Druckgefühl im Bauch, Völlegefühl nach dem Essen oder einfach das Gefühl, dass die Verdauung nicht mehr richtig rund läuft.

Viele haben dann auch schon einiges ausprobiert. Andere Ernährung, vielleicht Probiotika, irgendwas aus der Apotheke, mehr Ballaststoffe, weniger davon. Und trotzdem bleibt es oft instabil.

Was sich für mich über die Jahre ziemlich klar gezeigt hat: Es gibt nicht die eine Ursache.

Ernährung spielt natürlich eine Rolle. Wenn jemand sehr unregelmäßig isst, viel verarbeitetes Essen hat, wenig Zeit beim Essen oder ständig „nebenbei“ isst, dann merkt man das irgendwann im Bauch. Der Körper reagiert darauf ziemlich ehrlich.

Aber mindestens genauso wichtig ist ein anderer Punkt: Stress.

Und damit meine ich nicht den kurzfristigen Stress, sondern diesen Dauerzustand, den viele heute gar nicht mehr richtig wahrnehmen. Kopf voll, ständig erreichbar, viele Reize, wenig echte Pausen. Der Körper bleibt dabei oft dauerhaft im Anspannungsmodus.

Und genau das wirkt direkt auf die Verdauung. Wenn das Nervensystem im Stress ist, fährt der Körper die Verdauung runter. Dann wird schlechter verarbeitet, es entsteht eher Druck, Unruhe im Bauch oder auch wechselhafte Verdauung.

Dazu kommt etwas, das viele unterschätzen: Bewegung.

Wir sitzen heute extrem viel. Und der Darm ist ein System, das Bewegung braucht, damit es gut funktioniert. Wenn der Körper über Stunden still sitzt, wird auch die Verdauung träger.

Ein weiterer wichtiger Punkt sind Medikamente, vor allem Antibiotika. Danach ist die Darmflora oft aus dem Gleichgewicht. Das merkt man nicht immer sofort stark, aber es kann sich über Wochen oder Monate zeigen. Deshalb ist es wichtig, den Darm danach gezielt wieder aufzubauen.

Wenn ich das Ganze aus ayurvedischer Sicht betrachte, geht es immer um das Verdauungsfeuer. Dieses Konzept beschreibt im Grunde die Fähigkeit des Körpers, Nahrung und Eindrücke richtig zu verarbeiten.

Wenn dieses Verdauungsfeuer stabil ist, läuft vieles problemlos. Wenn es geschwächt oder unruhig ist, entstehen genau diese Beschwerden.

Was ich in der Praxis meistens zuerst empfehle, sind einfache Dinge, die im Alltag machbar sind.

Morgens nicht direkt mit Essen starten, sondern dem Körper erstmal Zeit geben. Ein Glas warmes Wasser ist oft schon ein guter Einstieg. Manchmal auch mit etwas Ingwer, je nach Verträglichkeit.

Dann die Struktur der Mahlzeiten. Viele essen heute sehr unregelmäßig oder verlagern die größte Mahlzeit auf den Abend. Ich sehe aber sehr häufig, dass der Körper deutlich besser reagiert, wenn mittags die größte Mahlzeit stattfindet und abends eher leicht gegessen wird.

Auch das Wie ist entscheidend. Wenn Essen nebenbei passiert, während man arbeitet oder ständig aufs Handy schaut, ist der Körper nicht wirklich im Verdauungsmodus.

Bei der Ernährung selbst helfen oft schon kleine Anpassungen. Warme, gekochte Mahlzeiten statt dauerhaft kalt und roh. Und Gewürze wie Ingwer, Fenchel, Kreuzkümmel oder Koriander, die die Verdauung unterstützen und den Stoffwechsel sanft anregen.

Bei Kräutern arbeite ich häufig mit Triphala. Das ist eine klassische ayurvedische Mischung, die eher regulierend wirkt und den Darm wieder in eine natürliche Balance bringt. Nicht stark, nicht aggressiv, sondern ausgleichend.

Wenn die Verdauung eher träge ist, kann auch Trikatu sinnvoll sein, um das System etwas zu aktivieren. Das ist aber immer individuell zu betrachten.

Chyawanprash setze ich eher unterstützend ein, wenn es um Aufbau und Stabilisierung geht, weniger bei akuten Beschwerden.

Ein Punkt, der für mich genauso dazugehört, wird oft übersehen. Verdauung ist nicht nur ein körperlicher Prozess. Sehr häufig sehe ich, dass auch innere Anspannung eine Rolle spielt. Dinge, die jemand mit sich herumträgt, Dauerstress, ungelöste Themen oder einfach das Gefühl, ständig funktionieren zu müssen.

Das lässt sich nicht immer nur über Ernährung lösen.

Ich arbeite deshalb in meiner Praxis auch mit Methoden wie Hypnose oder Familienstellen, wenn es passt. Nicht als Standardlösung, sondern als Möglichkeit, tieferliegende Muster sichtbar zu machen und zu bearbeiten.

Am Ende ist es selten ein einzelner Auslöser und auch keine einzelne Maßnahme, die alles verändert.

Wenn man alles zusammen nimmt, wird es eigentlich ziemlich klar: Der Bauch beruhigt sich dann, wenn der Alltag insgesamt ruhiger und strukturierter wird. Wenn Essen wieder bewusster wird. Wenn der Körper wieder Bewegung bekommt. Wenn die Darmflora unterstützt wird. Und wenn der innere Druck nicht dauerhaft hoch bleibt.

Für diejenigen, die Unterstützung bei der Umsetzung brauchen, habe ich in meiner Praxis ein Angebot entwickelt, die Takra-Darmkur. Das ist ein begleitetes Programm, bei dem wir genau diese Themen Schritt für Schritt angehen: Ernährung, Verdauung, Darmflora, Alltag und individuelle Faktoren.

Wenn du das nicht alleine sortieren möchtest oder dir eine klare Struktur wünschst, kannst du die Kur hier direkt buchen:

https://www.wellveda.de/kuren/takra---darmkur

Dann begleite ich dich persönlich durch den Prozess und wir schauen gemeinsam, wie dein System wieder in eine stabile Richtung kommt.

Carsten Schneider, Heilpraktiker und Ayurveda-Therapeut in Hamburg Blankenese. Mehr über mich · Konsultation anfragen