Wenn der Körper müde ist, aber der Kopf nicht schlafen will
Eine Sache, die mich in meiner Praxis immer wieder beschäftigt, ist das Thema Schlaf.
Viele Menschen kommen zu mir und sagen zunächst gar nicht unbedingt: „Ich habe ein Schlafproblem.“ Sie erzählen eher, dass sie abends nicht abschalten können. Dass die Gedanken weiterlaufen, obwohl der Körper eigentlich müde ist. Dass sie nachts aufwachen und plötzlich anfangen, über die Arbeit, die Familie oder irgendwelche Dinge nachzudenken, die am nächsten Morgen eigentlich noch genauso da wären.
Und manchmal ist es auch ganz anders. Jemand schläft acht oder neun Stunden und steht morgens trotzdem auf, als hätte die Nacht überhaupt keine Erholung gebracht.
Genau an diesem Punkt finde ich die ayurvedische Betrachtung von Schlaf so spannend.
Wenn wir heute über Schlaf sprechen, geht es sehr schnell um Zahlen: sieben Stunden, acht Stunden, möglichst immer zur gleichen Zeit. Das ist natürlich nicht unwichtig. Aber Ayurveda hat schon in seinen klassischen Texten einen anderen Blick auf Nidra, den Schlaf. Es fragt nicht nur: Wie lange schläfst du? Sondern auch: Warum schläfst du so, wie du schläfst? Wie ist die Qualität deines Schlafes? Und vor allem: Wie fühlst du dich am nächsten Morgen?
Zwei Menschen können beide acht Stunden schlafen und trotzdem völlig unterschiedlich aus der Nacht kommen.
Der eine ist frisch, klar und voller Energie. Der andere fühlt sich erschöpft, schwer oder innerlich noch genauso angespannt wie am Abend zuvor.
In meiner Arbeit schaue ich deshalb immer auch auf das, was hinter dem Schlaf steht.
Aus ayurvedischer Sicht kann sich beispielsweise eine Vata-Dominanz durch einen leichten, unruhigen Schlaf zeigen. Man liegt im Bett, ist eigentlich müde, aber der Kopf findet keine Ruhe. Man wacht häufiger auf oder hat das Gefühl, nur oberflächlich zu schlafen. Gerade wenn im Alltag viel los ist, wenig gegessen oder unregelmäßig gelebt wird und ständig neue Reize auf uns einwirken, kann dieses Gefühl entstehen, innerlich nicht mehr richtig herunterzufahren.
Dann geht es für mich gar nicht als Erstes darum, noch einen weiteren Tipp für besseren Schlaf zu geben.
Es geht zunächst darum, wieder Ruhe und Rhythmus in das System zu bringen.
Wärme kann dabei eine wichtige Rolle spielen. Regelmäßige Mahlzeiten. Ein ruhiger Abend. Weniger Bildschirm und weniger Informationen. Eine warme Ölmassage. Eine kleine, regelmäßige Yoga- oder Atemroutine. Dinge, die dem Körper signalisieren: Jetzt musst du nichts mehr leisten.
Bei einer eher Pitta-geprägten Situation beobachte ich etwas anderes. Der Körper könnte schlafen, aber der Kopf arbeitet weiter. Man wacht mitten in der Nacht auf und beginnt plötzlich, Probleme zu lösen, Pläne zu machen oder Gespräche des Tages noch einmal durchzugehen.
Auch hier finde ich es spannend, nicht einfach nur auf den Schlaf zu schauen.
Was passiert eigentlich in den Stunden davor?
Wann hört die Arbeit auf? Wann kommt der letzte Input des Tages? Wann bekommt der Kopf die Gelegenheit, einmal nichts zu verarbeiten?
Und dann gibt es Menschen, die sehr viel schlafen und trotzdem morgens kaum aus dem Bett kommen. Sie fühlen sich schwer und träge und haben eher das Bedürfnis, noch länger liegen zu bleiben.
Auch das würde Ayurveda nicht einfach mit „Dann brauchst du eben mehr Schlaf“ beantworten. Hier kann eine andere Dynamik dahinterstehen, die man sich genauer anschauen sollte.
Das ist für mich einer der großen Unterschiede zur Vorstellung, dass es eine allgemeingültige Lösung für Schlafprobleme gibt.
Ich möchte in meiner Praxis nicht jedem Menschen dasselbe empfehlen.
Ich möchte verstehen, was gerade los ist.
Und genau deshalb ist das Nervensystem für mich so eng mit dem Thema Schlaf verbunden. Wenn wir über längere Zeit funktionieren, leisten, organisieren und ständig erreichbar sind, kann irgendwann der Moment kommen, in dem der Körper zwar müde ist, aber nicht mehr richtig in die Ruhe findet.
Dann reicht es oft nicht, sich abends vorzunehmen: „Heute schlafe ich früher.“
Wir müssen dem Körper und dem Geist wieder die Möglichkeit geben, Ruhe überhaupt zu erfahren.
Aus diesem Gedanken heraus habe ich die 40-Tage-Rasayana-Kur für das Nervensystem entwickelt.
Mir war dabei wichtig, nicht einfach eine weitere einzelne Anwendung anzubieten. Denn genau das erlebe ich in der Praxis immer wieder: Eine Massage kann wunderbar tun. Eine Atemübung kann helfen. Eine Ernährungsumstellung kann viel verändern. Aber manchmal braucht es mehr als einen einzelnen Impuls.
Es braucht eine gewisse Zeit, in der man sich wirklich wieder um sich selbst kümmert.
Über 40 Tage schauen wir deshalb gemeinsam darauf, was dein Körper und dein Nervensystem gerade brauchen. Wir beginnen mit einem ausführlichen Gespräch und einer ayurvedischen Anamnese. Daraus entsteht ein individueller Rahmen für Ernährung, Kräuter und deine tägliche Praxis.
Dazu gehören kleine Yogaübungen, Atemübungen und Meditation, die sich in den Alltag integrieren lassen. Keine komplizierten Programme, die man nach drei Tagen wieder aufgibt, sondern eine überschaubare tägliche Praxis, die dich immer wieder zurück zu dir bringt.
Ein wichtiger Bestandteil sind auch die Abhyanga-Ölmassagen in meiner Praxis. Für viele Menschen ist gerade diese Erfahrung etwas Besonderes: nicht mehr machen zu müssen, sondern einfach einmal empfangen zu dürfen. Wärme, Öl, Berührung und Zeit.
Und natürlich geht es während der 40 Tage nicht darum, alles perfekt zu machen.
Mir ist viel wichtiger, dass du beginnst, deinen eigenen Körper wieder besser wahrzunehmen.
Vielleicht bemerkst du, dass du abends schneller zur Ruhe kommst. Vielleicht verändert sich dein Schlaf. Vielleicht wachst du morgens anders auf. Vielleicht stellst du fest, dass du eigentlich schon lange über deine eigenen Grenzen gegangen bist.
Genau diese Veränderungen interessieren mich.
Denn am Ende geht es für mich bei einer Rasayana-Kur nicht darum, einem bestimmten Ideal hinterherzulaufen.
Es geht darum, wieder mehr bei sich anzukommen.
Wenn du gerade merkst, dass dein Körper müde ist, dein Kopf aber nicht abschalten kann, wenn dein Schlaf dich nicht mehr richtig erholt oder wenn du das Gefühl hast, dass dein ganzes System nach Ruhe und Regeneration ruft, dann kann eine solche 40-tägige Begleitung ein guter Rahmen sein.
Nicht als schneller Trick.
Sondern als bewusste Zeit für dich.
Wenn du spürst, dass jetzt der richtige Moment dafür sein könnte, lade ich dich herzlich ein, dich bei mir zu melden. Dann schauen wir zunächst gemeinsam, wo du gerade stehst und ob die Rasayana-Kur für dich passend ist.
Manchmal beginnt Veränderung tatsächlich mit etwas ganz Einfachem:
Damit, dass wir uns erlauben, wieder zur Ruhe zu kommen.
Mehr Informationen zur 40-Tage-Rasayana-Kur für das Nervensystem:
https://www.wellveda.de/kuren/rasayana---40-tage-kur-fur-das-nervensystem
Carsten Schneider, Heilpraktiker und Ayurveda-Therapeut in Hamburg Blankenese. Mehr über mich · Konsultation anfragen
