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· Carsten Schneider

Angst in turbulenten Zeiten

Wie wir innere Ruhe und Verantwortung finden

In meiner Praxis und in den Gruppen, die ich leite, spüre ich aktuell etwas sehr Intensives: die Angst der Menschen. Angst um die Familie, Angst um den Job, Angst um die eigene Existenz. Und sie ist nicht unbegründet. Die Nachrichten überschlagen sich: steigende Preise, technologische Umbrüche durch KI und Robotik, politische Eskalationen, Kriegsszenarien, die immer greifbarer wirken. Manche Politiker scheinen den Bezug zur Realität verloren zu haben. Viele Menschen sind nachts wach, verfolgen jede Meldung, versuchen Kontrolle zu gewinnen – und spüren doch, wie die Unsicherheit sie von innen zerfrisst.

Aber genau hier liegt eine entscheidende Wahrheit: Angst entsteht nicht nur durch die äußere Welt, sondern vor allem durch das, was wir in unseren Geist lassen. Wenn wir uns ständig von Katastrophenberichten, endlosen Social-Media-Debatten und dramatischen Bildern berieseln lassen, dann prägen wir unser Denken, unsere Emotionen und damit letztlich auch unsere Realität. Der Geist schafft Materie. Wer sich permanent in Angst flutet, trägt dazu bei, dass die Welt diese Angst widerspiegelt. Wir brauchen dringend Menschen, die ein Gegenmodell im Geist aufbauen, die Ruhe, Klarheit und Stabilität kultivieren, um so die gesellschaftliche Schieflage von innen heraus zu korrigieren.

Lao Tse sagte: „Bevor du dich aufmachst, die Welt zu verbessern, gehe dreimal um dein eigenes Haus.“ Und genau darum geht es: Sorge zuerst dafür, dass dein eigenes Haus in Ordnung ist. Stabilisiere deinen Körper, beruhige deinen Geist, pflege deine Beziehungen, wähle bewusst, mit wem du dich umgibst und welchen Informationen du Raum gibst. Wer sich selbst klärt, wirkt automatisch auf die Umgebung und die Gesellschaft zurück. Das, was wir gerade erleben – politische Eskalationen, wachsende Spannungen, radikale Entscheidungen einzelner – ist kein individuelles Versagen, sondern Ausdruck einer ganzen Gesellschaft. Und es kann nur von innen heraus gelöst werden.

Was wir konkret tun können, sind Strategien, die sich in meiner Praxis und in jahrzehntelanger Erfahrung bewährt haben. Zunächst gilt es, den Körper zu stabilisieren, das Nervensystem zu beruhigen und Vata zu reduzieren. Regelmäßige Rituale, warme, nährende Mahlzeiten, ausreichend Schlaf und Heilpflanzen wie Ashwagandha oder Brahmi schaffen eine solide Grundlage. Yoga, Meditation und Atemübungen helfen, den Geist zu ordnen und Gelassenheit zu entwickeln.

Mindestens ebenso wichtig ist die bewusste Steuerung dessen, was wir in unseren Geist lassen. Filtere Nachrichten, Social Media, Gespräche. Überlege genau, mit welchen Menschen du deine Zeit verbringst. Dein Geist ist kein Müllcontainer – er ist ein Garten. Was du hineingibst, wächst. Wenn wir uns ständig Kriegsszenarien, Katastrophenbilder oder negative Diskussionen reinziehen, nähren wir Angst und Unruhe. Wer seinen Geist schützt, filtert bewusst, kultiviert positive, klare Gedanken und erzeugt damit Stabilität – nicht nur für sich selbst, sondern für das Umfeld und letztlich die Gesellschaft.

Darüber hinaus ist es entscheidend, alte Muster und tiefliegende Ängste zu erkennen. Viele Ängste, die jetzt hochkommen, sind nicht neu, sondern lange im Unterbewusstsein verankert oder aus familiären Systemen übernommen. Hypnose, tiefenpsychologische Arbeit oder Familienaufstellungen helfen, diese Muster sichtbar zu machen und aufzulösen. Wer hier arbeitet, merkt schnell: Die Angst verliert ihre lähmende Kraft, und wir können bewusst und handlungsfähig auf die äußere Welt reagieren.

Und schließlich: Gemeinschaft ist ein Schutz. In Gruppen wie dem Silent Circle erlebe ich immer wieder, wie Menschen einander Halt geben, Mut machen und Stabilität zurückgeben. Einfach zusammen zu meditieren, Yoga zu üben oder Erfahrungen zu teilen, verändert das Nervensystem und das Vertrauen in die eigene Handlungsfähigkeit.

Angst ist menschlich und real – aber wir dürfen uns ihr nicht hilflos ausliefern. Wer seinen Körper stärkt, den Geist schützt, alte Muster auflöst und sich in Gemeinschaft stabilisiert, kann inmitten dramatischer politischer und gesellschaftlicher Unruhen innere Ruhe und Klarheit bewahren. Wer bewusst wählt, welche Informationen er aufnimmt, mit wem er sich umgibt und wie er auf äußere Einflüsse reagiert, ist nicht nur für sich selbst stark, sondern leistet einen Beitrag zu einer Gesellschaft, die nicht von Angst, sondern von Klarheit, Mut und innerer Stabilität geprägt ist.

Jetzt ist der Moment, das eigene Haus in Ordnung zu bringen. Dein Geist, dein Körper, dein Umfeld – wenn wir hier Stabilität schaffen, tragen wir unbewusst zur Stabilität der Welt bei. Jeder von uns kann diesen Beitrag leisten.

Carsten Schneider, Heilpraktiker und Ayurveda-Therapeut in Hamburg Blankenese. Mehr über mich · Konsultation anfragen